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Freitag, 4. August 2006
Die Portugiesische Galeere
cut, 11:49h
Gerade was gelernt. Die Portugiesische Galeere ist Physalia physalis, eine Art aus der Gattung der Seeblasen (Physalia), die zu den Staatsquallen (Siphonophora) gezählt wird, und kein historischer Schiffstyp aus Portugal. Diese, Physalia physalis, sind eine Ordnung (Begriff aus der biologischen Systematik) stockbildender und freischwimmender Nesseltiere der Klasse Hydrozoen. Sie bestehen aus Hunderten bis Tausenden von Polypen. Das Gift der Portugiesische Galeere führt beim Menschen zu einer Muskellähmung durch anhaltende Depolarisation der Synapsen. Eine Spanische Galeere soll es übrigens auch geben.
Für Giftmischer und Galeerenfreunde.

Für Giftmischer und Galeerenfreunde.

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Donnerstag, 3. August 2006
Congregatio de propaganda fide
cut, 13:19h
Soeben verkündet die Netzeitung: Laut der Studie „Journalismus in Deutschland“ gebe es zur Zeit 48.000 hauptberufliche Journalisten im Land. Laut der DPRG (Deutsche Public Relations Gesellschaft) sind (Stand 2004) in Deutschland etwa 30.000-50.000 Personen in der Öffentlichkeitsarbeit/ Public Relations tätig. Tendenz steigend. Da hat sich seit 1622 doch ganz schön was getan.
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Mittwoch, 2. August 2006
Alterstypische Beschwerden beim Mann
cut, 15:53h
Körperliche Veränderungen:
- Die Haut wird dünner, faltiger, neigt zu Pigmentflecken.
- Muskelmasse bildet sich in Fettgewebe um.
- Das Gewicht nimmt insgesamt zu.
- Umverteilung des Körperfetts, sichtbar etwa am Bauch.
- Um die Taille bilden sich die sogenannten Rettungsringe.
- Die Körper- und Schambehaarung bildet sich zurück.
- Die Hoden werden kleiner.
Mögliche körperliche Beeinträchtigungen und Erkrankungen:
- Leistungsschwäche und Müdigkeit.
- Schlafstörungen.
- Hitzewallungen.
- Konzentrationsschwäche.
- Zunehmende Vergesslichkeit.
- Abnehmendes sexuelles Verlangen (Libido).
- Nachlassende Erektionsfähigkeit (Potenz).
- Verminderung der Knochendichte (Osteoporose).
- Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie).
- Psychische Verstimmungen wie Unruhe und Angst.
- Nervosität und erhöhte Reizbarkeit.
- Minderwertigkeitsgefühle bis hin zur Depression.
Na super, und wann geht das los?
Hier geklaut. Und Hilfe naht?

- Die Haut wird dünner, faltiger, neigt zu Pigmentflecken.
- Muskelmasse bildet sich in Fettgewebe um.
- Das Gewicht nimmt insgesamt zu.
- Umverteilung des Körperfetts, sichtbar etwa am Bauch.
- Um die Taille bilden sich die sogenannten Rettungsringe.
- Die Körper- und Schambehaarung bildet sich zurück.
- Die Hoden werden kleiner.
Mögliche körperliche Beeinträchtigungen und Erkrankungen:
- Leistungsschwäche und Müdigkeit.
- Schlafstörungen.
- Hitzewallungen.
- Konzentrationsschwäche.
- Zunehmende Vergesslichkeit.
- Abnehmendes sexuelles Verlangen (Libido).
- Nachlassende Erektionsfähigkeit (Potenz).
- Verminderung der Knochendichte (Osteoporose).
- Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie).
- Psychische Verstimmungen wie Unruhe und Angst.
- Nervosität und erhöhte Reizbarkeit.
- Minderwertigkeitsgefühle bis hin zur Depression.
Na super, und wann geht das los?
Hier geklaut. Und Hilfe naht?

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Feinde der Republik
cut, 11:47h
Feind der Republik: Herzog Carl von Württemberg
"Die Monarchie scheint für mich immer noch die beste Staatsform zu sein. Zwar keine absolutistische, aber eine demokratische Monarchie wie sie Spanien oder Holland haben."
Vorwärts, zurück vor den 9. November 1918. Glücklicherweise leben wir in einer Republik, und einen Adel gibt es auch nicht mehr. Hier das ganze Geschwätz . Zum Gruß, Königliche Hoheit.
"Die Monarchie scheint für mich immer noch die beste Staatsform zu sein. Zwar keine absolutistische, aber eine demokratische Monarchie wie sie Spanien oder Holland haben."
Vorwärts, zurück vor den 9. November 1918. Glücklicherweise leben wir in einer Republik, und einen Adel gibt es auch nicht mehr. Hier das ganze Geschwätz . Zum Gruß, Königliche Hoheit.
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Slime
cut, 11:27h
Störtebeker - Wir vergessen dich nicht
Störtebeker - Und wir trinken auf dich
Störtebeker - Du warst der beste Mann deiner Zeit
Haifisch nanntest du dein Schiff
Und es stand immer für dich bereit
Und nun singt der Linkendeeler Lied:
"Wo uns're Fahne weht
Ist es für jedes Schiff zu spät
Wir sind im Kampfe vereint
Des lieben Gottes Freund
Und aller Welt Feind!"

Slime: Störtebeker, von der LP "Alle gegen Alle".
Störtebeker - Und wir trinken auf dich
Störtebeker - Du warst der beste Mann deiner Zeit
Haifisch nanntest du dein Schiff
Und es stand immer für dich bereit
Und nun singt der Linkendeeler Lied:
"Wo uns're Fahne weht
Ist es für jedes Schiff zu spät
Wir sind im Kampfe vereint
Des lieben Gottes Freund
Und aller Welt Feind!"

Slime: Störtebeker, von der LP "Alle gegen Alle".
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Dienstag, 1. August 2006
Roth-Händle-Werk wird geschlossen
cut, 16:57h
Na, wer sagt es denn. Die Agitation gegen das Rauchen zeigt Wirkung. Die Imperial Tobacco Group geht in die Knie. Also, weg mit der Fluppe, aber zackig.


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Sehr schöner Disclaimer
cut, 11:22h
Class War Disclaimer
The Class War Federation does not believe in smashing the state or overthrowing capitalism. In fact we recommend you stay at home and watch TV with a cup of hot cocoa. Spend all your money keeping the wheels of capitalism turning and once every four years vote for that nice Mr Blair. Do nothing. Be nice to your boss, as his interests are yours. Help the police.
Remember the information on this site is just that, information. It is for entertainment purposes only and we think anybody breaking the law deserves to have a smacked bot.
Honest.
Mehr als nur der Disclaimer!
The Class War Federation does not believe in smashing the state or overthrowing capitalism. In fact we recommend you stay at home and watch TV with a cup of hot cocoa. Spend all your money keeping the wheels of capitalism turning and once every four years vote for that nice Mr Blair. Do nothing. Be nice to your boss, as his interests are yours. Help the police.
Remember the information on this site is just that, information. It is for entertainment purposes only and we think anybody breaking the law deserves to have a smacked bot.
Honest.
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Montag, 31. Juli 2006
Dynastien der Welt: Teil I
cut, 18:34h
Stalins Erben: Der Große Führer und der Geliebte Führer
Nach dem Koreakrieg wurde Kim Il-sung Ministerpräsident und später Präsident Nordkoreas. Sein Sohn, Kim Jong-il, machte Karriere in der kommunistischen Partei des Landes. 1974 wurde er offiziell zum Nachfolger seines Vaters ernannt. Vater und Sohn begründeten damit die erste kommunistische Erbdynastie der Welt. Kim Jong-il nahm den Titel Geliebter Führer an, seinen Vater verehrte man als Großen Führer. Der begleitende Personenkult sprengt in beiden Fällen jeden Rahmen. 1994 übernahm der Geliebte Führer alle Ämter des verstorbenen Großen Führers. Gerüchte über ihn sind Legion, so soll er Blondinen bevorzugen, Pornofilme lieben, auf kleine Mädchen stehen, die teuersten internationalen Köche beschäftigen, wegen seiner Flugangst nur mit dem Zug fahren und wegen seiner geringen Größe ausschließlich Plateausohlen tragen. Die Chuch'e-Ideologie (Juche-Ideologie) des Vaters ist allerdings mindestens ebenso lächerlich wie die Person des Sohnes.
Nach dem Koreakrieg wurde Kim Il-sung Ministerpräsident und später Präsident Nordkoreas. Sein Sohn, Kim Jong-il, machte Karriere in der kommunistischen Partei des Landes. 1974 wurde er offiziell zum Nachfolger seines Vaters ernannt. Vater und Sohn begründeten damit die erste kommunistische Erbdynastie der Welt. Kim Jong-il nahm den Titel Geliebter Führer an, seinen Vater verehrte man als Großen Führer. Der begleitende Personenkult sprengt in beiden Fällen jeden Rahmen. 1994 übernahm der Geliebte Führer alle Ämter des verstorbenen Großen Führers. Gerüchte über ihn sind Legion, so soll er Blondinen bevorzugen, Pornofilme lieben, auf kleine Mädchen stehen, die teuersten internationalen Köche beschäftigen, wegen seiner Flugangst nur mit dem Zug fahren und wegen seiner geringen Größe ausschließlich Plateausohlen tragen. Die Chuch'e-Ideologie (Juche-Ideologie) des Vaters ist allerdings mindestens ebenso lächerlich wie die Person des Sohnes.
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Endlich
cut, 11:57h
Endlich ist diese wahnsinnige Hitze vorbei. Und was passiert? Kein Auge zugemacht diese Nacht. Sitze völlig gerädert vor meinem Rechner und würde mich am liebsten gleich wieder hinlegen. So geht das aber nicht, bei derat angenehmen Temperaturen hat man gefälligst gut zu schlafen. Wo soll das denn sonst noch hinführen? Oder ist das jetzt der plötzliche Wetterumschwung, den man im fortgeschrittenen Alter nicht mehr so ohne weiteres verkraftet?


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Freitag, 28. Juli 2006
Caravaggismo
cut, 14:53h
Caravaggio Ausstellung, 09.09.2006 - 07.01.2007
Museum Kunstpalast, Düsseldorf
Caravaggio - Auf den Spuren eines Genies
Erstmals in Deutschland wird dem Meister des italienischen Frühbarock eine eigene Ausstellung gewidmet. Sollte man sich unbedingt vormerken und ansehen. Der Rest geht besser zu so Sachen wie MoMA in Berlin oder Guggenheim in Bonn.
Mehr Informationen finden sich hier.
Museum Kunstpalast, Düsseldorf
Caravaggio - Auf den Spuren eines Genies
Erstmals in Deutschland wird dem Meister des italienischen Frühbarock eine eigene Ausstellung gewidmet. Sollte man sich unbedingt vormerken und ansehen. Der Rest geht besser zu so Sachen wie MoMA in Berlin oder Guggenheim in Bonn.
Mehr Informationen finden sich hier.
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Stalinistische Praxis: Der Slánský-Prozess
cut, 12:11h
Öko-Stalinismus? Das hier war die echte Praxis. Da können die Kinderchen sicher noch viel lernen.
Es war einer der größten Schauprozesse des Stalinismus. Zahlreiche prominente Mitglieder der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KPC) wurden in diesem Prozess des Hochverrats und der Spionage angeklagt. Elf der Angeklagten waren Juden, so dass auch antisemitische Motive eine wichtige Rolle in dem Prozess spielten. Slánský wurde am 23. November 1951 verhaftet und des Hochverrats angeklagt. Als angeblicher Leiter einer staatsfeindlichen Verschwörung wurde er zum Tode verurteilt und später zusammen mit zehn weiteren Mitangeklagten hingerichtet. Die Asche der Hingerichteten wurde dem Streusplit im Winterdienst beigemischt und auf den vereisten Straßen von Prag verstreut. 1963 wurde Slánský juristisch rehabilitiert, 1968 auch von der Partei.
Siehe auch hier oder hier.
Es war einer der größten Schauprozesse des Stalinismus. Zahlreiche prominente Mitglieder der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KPC) wurden in diesem Prozess des Hochverrats und der Spionage angeklagt. Elf der Angeklagten waren Juden, so dass auch antisemitische Motive eine wichtige Rolle in dem Prozess spielten. Slánský wurde am 23. November 1951 verhaftet und des Hochverrats angeklagt. Als angeblicher Leiter einer staatsfeindlichen Verschwörung wurde er zum Tode verurteilt und später zusammen mit zehn weiteren Mitangeklagten hingerichtet. Die Asche der Hingerichteten wurde dem Streusplit im Winterdienst beigemischt und auf den vereisten Straßen von Prag verstreut. 1963 wurde Slánský juristisch rehabilitiert, 1968 auch von der Partei.
Siehe auch hier oder hier.
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Donnerstag, 27. Juli 2006
Für die, die vom Stalinismus schwafeln
cut, 11:41h
Unter dem Eindruck der Erfahrungen, die Leo Kofler 1947 bis Ende 1950 in der DDR mit der repressiven Praxis der stalinistischen Partei- und Staatsbürokratie gesammelt hatte, vertieft und systematisiert er seine scharfe Unterscheidung zwischen einem dogmatisch-unhumanistischen und einem undogmatisch-schöpferischen und humanistischen Marxismus, die er nach eigenem Bekunden bereits lange vor Kriegsende entwickelt und dann während seines DDR-Aufenthaltes gegenüber der SED-Bürokratie hartnäckig verteidigt hatte. „Die stalinistische Theorie mit Hilfe marxistischer Waffen zu kritisieren“ sieht er fortan als „ein Hauptanliegen unserer Zeit“ an (Kofler 1951/MosM, S.5).
Indem die stalinistische Herrschaftspraxis sich als „Verbürokratisierung des gesamten gesellschaftlichen Lebens“ realisiert, hat sie das Ziel des Sozialismus als Form freier Selbstvergesellschaftung der Menschen in sein genaues Gegenteil verkehrt. An Stelle des ersehnten „Vereins freier Menschen“ ist eine die gesellschaftlichen Individuen entsubjektivierende Diktatur getreten, in deren Rahmen, so Kofler, „ein zur Gewohnheit gewordenes Streben zur Unterwerfung unter eine von oben genauestens vorgeschriebene ‚Linie‘ in Meinung, Auffassung, Lebensgestaltung Platz gegriffen (hat). Ein feiges Duckmäusertum und Strebertum, ein devotes Dienstverhältnis zur ‚Partei‘, die von unten bis oben von der bürokratischen Entseelung durchdrungen ist, und die sich mit Hilfe einer ‚Theorie‘ zu rechtfertigen versucht, deren Wesen in nichts anderem besteht als in einer Skala zu Dogmen erstarrter Formeln vulgärst-materialistischer Prägung“ (ebenda, S.10f.).
Die der stalinistischen Bürokratie wesensmäßig eingeschriebene Transformation des Marxismus in eine verfälschende Legitimationsideologie beinhaltet notwendigerweise das „Übersehen“ und „Vergessen“ des humanistischen und ethischen Gehalts der wissenschaftlichen Theorie von Marx und Engels. Demgegenüber betont Kofler, daß Marx und Engels die (früh-)bürgerlich-humanistische Idee des „schönen“ Menschen, der selbstbewußt seine schöpferischen Anlagen und Kräfte in einem harmonischen „Spiel“ zur Geltung bringt, nicht etwa verworfen, sondern in ihrer Konzeption der „menschlichen Emanzipation“ dialektisch aufgehoben hätten. Der Nachweis, daß innerhalb der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft strukturell unüberwindbare Hindernisse für die Realisierung der bürgerlich-humanistischen Ideale angelegt sind, führt folgerichtig zum Begreifen der Not-Wendigkeit des Sozialismus. In dieser revolutionär-humanistischen Perspektive ist aber die bloße Lösung der Eigentumsfrage nicht Endzweck, wie der „rohe Kommunismus“ nahelegt, sondern conditio sine qua non für die freie Selbstvergesellschaftung und Selbstverwirklichung der Individuen. D.h. das Ziel des Sozialismus ist nicht vordergründig auf sozialökonomische Besserstellung/Besserversorgung zu reduzieren, sondern sein real-humanistisches Anliegen besteht darin, „durch Lösung des den Menschen knechtenden, d.h. ihn rein materiellen Kräften unterwerfenden und ihn damit entmenschlichenden Eigentumsproblems ihn von der beherrschenden Gewalt des Eigentums überhaupt zu befreien, damit gleichsam zu entmaterialisieren und zu vermenschlichen“ (ebenda, S.16). In der stalinistischen Ideologie wird dieser real-humanistische Kern des marxistischen Sozialismusbegriffs durch einen flachen Ökonomismus ersetzt, der die Frage der materiellen Bedürfnisbefriedigung zur alles beherrschenden verabsolutiert und im Sinne eines geistlosen Praktizismus jedwede Betonung des individuellen Freiheitsstrebens sowie der ideellen, moralischen und demokratischen Neigungen der Menschen entweder fehlinterpretiert, entwichtigt oder als „idealistisch“ und „konterrevolutionär“ diffamiert. Folgerichtig sind aus dem stalinistischen Vulgärmaterialismus alle Spuren der Marxschen Lehre von der Wiederherstellung der menschlichen Totalität sowie der unendlichen Entwicklungsfähigkeit der menschlichen Persönlichkeit getilgt.
Nach: Hartmut Krauss
Dialektische Totalität und kritischer Humanismus
Leo Koflers Beitrag zu einem subjektwissenschaftlich fundierten Marxismus. Der ganze Beitrag findet sich hier.
Indem die stalinistische Herrschaftspraxis sich als „Verbürokratisierung des gesamten gesellschaftlichen Lebens“ realisiert, hat sie das Ziel des Sozialismus als Form freier Selbstvergesellschaftung der Menschen in sein genaues Gegenteil verkehrt. An Stelle des ersehnten „Vereins freier Menschen“ ist eine die gesellschaftlichen Individuen entsubjektivierende Diktatur getreten, in deren Rahmen, so Kofler, „ein zur Gewohnheit gewordenes Streben zur Unterwerfung unter eine von oben genauestens vorgeschriebene ‚Linie‘ in Meinung, Auffassung, Lebensgestaltung Platz gegriffen (hat). Ein feiges Duckmäusertum und Strebertum, ein devotes Dienstverhältnis zur ‚Partei‘, die von unten bis oben von der bürokratischen Entseelung durchdrungen ist, und die sich mit Hilfe einer ‚Theorie‘ zu rechtfertigen versucht, deren Wesen in nichts anderem besteht als in einer Skala zu Dogmen erstarrter Formeln vulgärst-materialistischer Prägung“ (ebenda, S.10f.).
Die der stalinistischen Bürokratie wesensmäßig eingeschriebene Transformation des Marxismus in eine verfälschende Legitimationsideologie beinhaltet notwendigerweise das „Übersehen“ und „Vergessen“ des humanistischen und ethischen Gehalts der wissenschaftlichen Theorie von Marx und Engels. Demgegenüber betont Kofler, daß Marx und Engels die (früh-)bürgerlich-humanistische Idee des „schönen“ Menschen, der selbstbewußt seine schöpferischen Anlagen und Kräfte in einem harmonischen „Spiel“ zur Geltung bringt, nicht etwa verworfen, sondern in ihrer Konzeption der „menschlichen Emanzipation“ dialektisch aufgehoben hätten. Der Nachweis, daß innerhalb der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft strukturell unüberwindbare Hindernisse für die Realisierung der bürgerlich-humanistischen Ideale angelegt sind, führt folgerichtig zum Begreifen der Not-Wendigkeit des Sozialismus. In dieser revolutionär-humanistischen Perspektive ist aber die bloße Lösung der Eigentumsfrage nicht Endzweck, wie der „rohe Kommunismus“ nahelegt, sondern conditio sine qua non für die freie Selbstvergesellschaftung und Selbstverwirklichung der Individuen. D.h. das Ziel des Sozialismus ist nicht vordergründig auf sozialökonomische Besserstellung/Besserversorgung zu reduzieren, sondern sein real-humanistisches Anliegen besteht darin, „durch Lösung des den Menschen knechtenden, d.h. ihn rein materiellen Kräften unterwerfenden und ihn damit entmenschlichenden Eigentumsproblems ihn von der beherrschenden Gewalt des Eigentums überhaupt zu befreien, damit gleichsam zu entmaterialisieren und zu vermenschlichen“ (ebenda, S.16). In der stalinistischen Ideologie wird dieser real-humanistische Kern des marxistischen Sozialismusbegriffs durch einen flachen Ökonomismus ersetzt, der die Frage der materiellen Bedürfnisbefriedigung zur alles beherrschenden verabsolutiert und im Sinne eines geistlosen Praktizismus jedwede Betonung des individuellen Freiheitsstrebens sowie der ideellen, moralischen und demokratischen Neigungen der Menschen entweder fehlinterpretiert, entwichtigt oder als „idealistisch“ und „konterrevolutionär“ diffamiert. Folgerichtig sind aus dem stalinistischen Vulgärmaterialismus alle Spuren der Marxschen Lehre von der Wiederherstellung der menschlichen Totalität sowie der unendlichen Entwicklungsfähigkeit der menschlichen Persönlichkeit getilgt.
Nach: Hartmut Krauss
Dialektische Totalität und kritischer Humanismus
Leo Koflers Beitrag zu einem subjektwissenschaftlich fundierten Marxismus. Der ganze Beitrag findet sich hier.
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Mittwoch, 26. Juli 2006
Heinrich Heine - Buch der Lieder
cut, 19:41h
Ein Fichtenbaum steht einsam
Im Norden auf kahler Höh.
Ihn schläfert; mit weißer Decke
Umhüllen ihn Eis und Schnee.
Er träumt von einer Palme,
Die, fern im Morgenland,
Einsam und schweigend trauert
Auf brennender Felsenwand.
Im Norden auf kahler Höh.
Ihn schläfert; mit weißer Decke
Umhüllen ihn Eis und Schnee.
Er träumt von einer Palme,
Die, fern im Morgenland,
Einsam und schweigend trauert
Auf brennender Felsenwand.
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Bella Italia
cut, 16:29h
Bald, wenn ich reich und berühmt bin, werde ich meine Zelte hier abbrechen, gehe nach Italien und lasse es mir gut gehen. Na gut, ein Standbein behalte ich hier. Aber Frühjahr, Herbst oder Winter werden dann in Italien verbracht. Kunst, Kultur und alles wird mit Grandezza und Bella Figura erledigt. Vom Meer weht eine kühle Briese herüber, Laubengänge, mit Wein verkleidet und Brunnen sorgen für die notwendige Kühlung. In der Bibliothek ist es angenehm ruhig und eine wunderschöne Frau wartet auf mich, gemeinsam gehen wir in die Nacht.


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