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Freitag, 6. Juli 2007
Gesetze der Schönheit
cut, 16:16h
Das Tier formiert nur nach dem Maß und dem Bedürfnis der species, der es angehört, während der Mensch nach dem Maß jeder species zu produzieren weiß und überall das inhärente Maß dem Gegenstand anzulegen weiß; der Mensch formiert daher auch nach den Gesetzen der Schönheit. (Karl Marx, Ökonomisch-philosophische Manuskripte)
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Voodoo?
cut, 03:36h
"A separate compartment is provided at the base of the cabinet to allow sand filling if desired for enhanced stability and bass transient performance."
Nein, 10 kg Quarzsand, gewaschen und getrocknet, wirken Wunder.
Nein, 10 kg Quarzsand, gewaschen und getrocknet, wirken Wunder.
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Donnerstag, 5. Juli 2007
Foto
cut, 12:41h
Mit dem Fotografieren hab ich es ja nicht so besonders. Wie man hier hin und wieder vielleicht bemerken kann (auch wenn viele das Gegenteil behaupten). Liegt natürlich alles nur an der Kamera. Bis vor einem knappen Jahr hab ich ausschließlich auf die klassische Art fotografiert (oder geknipst). Dann hab ich diesen Digitalknipser bekommen. Schön klein und handlich. Hat den Vorteil, dass man ihn wirklich immer dabei hat. Aber ansonsten eher mäßig. Vielleicht schaffe ich mir mal was Gescheites an. Ach, wenn es doch noch Kameras von Minolta gäbe...
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Mittwoch, 4. Juli 2007
Leo Kofler - Eine Kurzbiografie
cut, 12:42h
1996 wurde in Bochum die Leo Kofler Gesellschaft gegründet. Als Student an der Ruhr-Universität Bochum hatte ich zuvor das Glück, die letzten Jahre der aktiven Lehrtätigkeit Koflers noch selbst zu erleben. Seinem Wirken verdanke ich die anregendsten und nachhaltigsten Anstöße meiner Studienzeit. Der folgende kleine Text möchte Kofler kurz vorstellen. Es handelt sich dabei um die Kurzbiografie, die auch auf den Seiten der Leo-Kofler-Gesellschaft (www.leo-kofler.de) zu finden ist. Soeben erschienen ist zudem die politische Biografie von Christoph Jünke: "Sozialistisches Strandgut, Leo Kofler - Leben und Werk, 1907-1995".
Leo Kofler - Eine Kurzbiografie
Leo Kofler (1907-1995) zählt neben dem Marburger Politologen Wolfgang Abendroth und den Frankfurter kritischen Theoretikern Max Horkheimer und Theodor W. Adorno zu den wenigen bekannten marxistischen Wissenschaftlern in der Bundesrepublik Deutschland. Ihn zeichnet eine eigenständige Interpretation des Marxismus aus, die Soziologie, Geschichte, Ästhetik und Anthropologie miteinander verbindet. Auf der ersten Tagung der Leo-Kofler-Gesellschaft charakterisierte Frank Deppe ihn 1998 unter Rückgriff auf Eric Hobsbawms Geschichte des 20. Jahrhunderts in Hinsicht auf seine wechselhafte Biographie als "einen der Repräsentanten des Zeitalters der Katatstrophen".
1907: Am 26.April wird Leo Kofler als erstes von zwei Kindern des assimilierten jüdischen Grundbesitzers Markus Kofler und seiner Frau Mindel im österreich-ungarischen Ostgalizien geboren.
1915/16: Kriegsbedingte Flucht der Familie nach Wien.
Bis 1927: Besuch von Volks-, Bürger- und Handelsschule.
1927: Kofler arbeitet bis zur Weltwirtschaftskrise 1929 als Angestellter und wird danach arbeitslos. Tritt 1927 in die Sozialistische Angestelltenjugend ein und betätigt sich bald als Referent der sozialistischen Wiener Bildungszentrale.
1930er: In der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) engagiert er sich anfangs der 30er auf dem linken Flügel und zieht sich nach der Zerschlagung der österreichischen Demokratie 1933/34 auf das wissenschaftliche Studium bei Max Adler zurück.
Juli 1938: Nach dem Anschluß Österreichs an das faschistische Deutschland Flucht in die Schweiz. Internierung in einem Emigrantenlager in Basel.
1940-1944: Arbeitsdienst und Fortführung der theoretischen Studien. Studiert intensiv und mit nachhaltigem Einfluß die Schriften von Georg Lukács. Veröffentlicht 1944 unter dem Pseudonym Stanislaw Warynski "Die Wissenschaft von der Gesellschaft - Zur Methodenlehre einer dialektischen Soziologie". Ein Großteil seiner Familie kommt im Holocaust um, seine Eltern werden 1942 erschossen.
1944-1947: Nach Befreiung vom Arbeitsdienst Arbeit an "Zur Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft - Versuch einer verstehenden Deutung der Neuzeit", die 1948 in Ostdeutschland erscheinen wird.
September 1947: Übersiedlung in die "Sowjetisch Besetzte Zone Deutschlands". Aufnahme einer Lehrtätigkeit an der Universität Halle. 1948 Habilitation und Professur für Mittlere und Neuere Geschichte.
Ab 1949: Im Zuge der Stalinisierung von SED und DDR gerät Kofler mit seinem antibürokratischen Marxismusverständnis ins Kreuzfeuer der Parteiinstanzen. Nach öffentlicher Kritik wird er Anfang 1950 beurlaubt. Im Frühjahr verläßt er demonstrativ die SED und wird zum "ideologischen Schädling", zum "Trotzkisten" erklärt. Arbeit an "Geschichte und Dialektik", einer theoretischen Kritik des bürokratisch-mechanistischen Marxismusverständnisses, die 1955 in Westdeutschland erscheinen wird.
Ende 1950: Nach Berufsverbot und Verhaftungsdrohungen flieht er mit seiner zukünftigen Frau Ursula Wieck über Westberlin nach Köln.
Ab 1951: Tätigkeit als wissenschaftlicher Autor und Volkshochschuldozent. Engagiert sich in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, ab 1953 unter anderem als Dozent an der (gewerkschaftlichen) Sozialakademie in Dortmund. Vortragsreisen zu Ortsgruppen des "Sozialistischen deutschen Studentenbundes" (SDS) und der "Naturfreunde-Jugend". Schreibt insbesondere in der linkssozialistischen Presse.
1951/52: Es erscheinen mehrere Schriften zur marxistischen Kritik am Stalinismus, teilweise unter dem Pseudonym Jules Dévérité (insbesondere "Marxistischer oder stalinistischer Marxismus" und "Das Wesen und die Rolle der stalinistischen Bürokratie").
1954/55: Kritik an Verbürgerlichungstendenzen der westdeutschen Sozialdemokratie, etwa in "Marxistischer oder ethischer Sozialismus". Als Ergebnis der gewerkschaftlichen und sozialistischen Bildungsarbeit erscheint eine Reihe von Schulungsheften zur Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft und zu Koflers Konzeption eines sozialistischen Humanismus.
Ab 1955: Langjährige Mitarbeit an der in Hamburg erscheinenden "Anderen Zeitung". Zusammenarbeit mit dem einflußreichen Gewerkschaftslinken Viktor Agartz und Mitarbeit an dessen "WISO - Korrespondenz für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften". Intensivierung der Vortragstätigkeit beim Frankfurter SDS.
1960: Soziologische Analyse der spätbürgerlichen Klassengesellschaft in "Staat, Gesellschaft und Elite zwischen Humanismus und Nihilismus".
60er Jahre: Erweiterung seiner thematischen Beschäftigung auf Fragen der Literaturtheorie (Zur Theorie der modernen Literatur, 1962), zunehmende Kritik am "Marxo-Nihilismus" der Frankfurter Schule um Theodor W. Adorno und Jürgen Habermas, sowie zusammenfassende Darstellungen seiner soziologischen Kritik der vermeintlich nivellierten Mittelstandsgesellschaft (Der proletarische Bürger, 1964), seiner sozialphilosophischen Kritik spätbürgerlicher Herrschaftsideologie (Der asketische Eros - Industriekultur und Ideologie, 1967) und seiner politischen Visionen (Perspektiven des revolutionären Humanismus, 1968).
Nach 1968: Dozent an der Kölner Kunstakademie. Wiederentdeckung der Koflerschen Frühschriften in Form von Raubdrucken durch die Studierendenbewegung. Fortführung der literaturtheoretischen Analysen in "Abstrakte Kunst und absurde Literatur", 1970, sowie der Kritik spätbürgerlicher Herrschaftsideologie in "Technologische Rationalität im Spätkapitalismus", 1971.
1972: Beginn der bis 1991 andauernden Lehrtätigkeit an der Ruhr-Universität Bochum. Zum 65.Geburtstag wird Kofler in Anerkennung seiner schriftstellerischen Verdienste das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien, eine Art Ehrenbürgerschaft, verliehen. Außerdem erscheint die Aufsatzsammlung "Zur Dialektik der Kultur".
1973: In "Aggression und Gewissen - Grundlegung einer anthropologischen Erkenntnistheorie" entfaltet er seinen Versuch Marxismus und Anthropologie zusammenzudenken.
Ab 1975: 1975 erscheint "Soziologie des Ideologischen", 1977 "Haut den Lukács - Realismus und Subjektivismus", eine Auseinandersetzung mit Herbert Marcuses Ästhetik. 1980 erscheint die von Ernst Bloch u.a. herausgegebene Festschrift für Kofler: "Marxismus und Anthropologie", in der sich u.a. Helmut Fleischer, Wolfgang Fritz Haug, Agnes Heller, Ernest Mandel, György Márkus und Adam Schaff mit Aspekten des Koflerschen Werkes auseinandersetzen. 1981 erscheint der Aufsatzband "Geistiger Verfall und progressive Elite - Sozialphilosophische Studien".
Erste Hälfte der 80er Jahre: Kleinere Gelegenheitsschriften zu anthropologischen Fragen (Der Alltag zwischen Eros und Entfremdung - Perspektiven zu einer Wissenschaft vom Alltag, sowie Eros, Ästhetik und Politik - Thesen zum Menschenbild bei Marx), zur Kritik der Grün-Alternativen (Kritik der Alternativen) und zum Neokonservatismus (Der Konservatismus zwischen Dekadenz und Reaktion).
Zweite Hälfte der 80er Jahre: Kritik des aufkommenden neoliberalen (von Kofler noch manchesterliberal genannten) Sozialdarwinismus und zunehmende Parteinahme für die Sowjetunion im Wettkampf der Systeme. Kofler sieht in Gorbatschow die große Hoffnung auf einen Neuanfang der sozialistischen Bewegung (Aufbruch in der Sowjetunion?, 1986). 1987 erscheint der autobiographische Gesprächsband "Die Kritik ist der Kopf der Leidenschaft - Aus dem Leben eines marxistischen Grenzgängers" und 1991 die Festschrift "Die versteinerten Verhältnisse zum Tanzen bringen", in der Ursula Beer, Detlev Claussen, Diedrich Diederichsen, Frank Deppe, Frigga und Wolfgang Fritz Haug, Kornelia Hauser, Joachim Hirsch, Sabine Kebir, Reinhard Kühnl, Ernest Mandel, Jakob Moneta, Oskar Negt, Ursula Schmiederer, Siegfried Tornow und Winfried Wolf Beiträge zur zeitgenössischen marxistischen Theorie veröffentlichen.
1990: Auf Gastvortragsreise nach Halle, Leipzig und Berlin, in die Noch-DDR, erneuert er seine Kritik an der Raubtierideologie des westlichen Kapitalismus.
Sommer 1991: Kofler erleidet einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholt. 1992 erscheint die erstmals vollständige Neuauflage von "Zur Geschichte der Bürgerlichen Gesellschaft".
29. Juli 1995: Leo Kofler stirbt nach langer Krankheit und wird in Köln beigesetzt.
1996: Gründung der Leo-Kofler-Gesellschaft e.V. in Bochum.
Leo Kofler - Eine Kurzbiografie
Leo Kofler (1907-1995) zählt neben dem Marburger Politologen Wolfgang Abendroth und den Frankfurter kritischen Theoretikern Max Horkheimer und Theodor W. Adorno zu den wenigen bekannten marxistischen Wissenschaftlern in der Bundesrepublik Deutschland. Ihn zeichnet eine eigenständige Interpretation des Marxismus aus, die Soziologie, Geschichte, Ästhetik und Anthropologie miteinander verbindet. Auf der ersten Tagung der Leo-Kofler-Gesellschaft charakterisierte Frank Deppe ihn 1998 unter Rückgriff auf Eric Hobsbawms Geschichte des 20. Jahrhunderts in Hinsicht auf seine wechselhafte Biographie als "einen der Repräsentanten des Zeitalters der Katatstrophen".
1907: Am 26.April wird Leo Kofler als erstes von zwei Kindern des assimilierten jüdischen Grundbesitzers Markus Kofler und seiner Frau Mindel im österreich-ungarischen Ostgalizien geboren.
1915/16: Kriegsbedingte Flucht der Familie nach Wien.
Bis 1927: Besuch von Volks-, Bürger- und Handelsschule.
1927: Kofler arbeitet bis zur Weltwirtschaftskrise 1929 als Angestellter und wird danach arbeitslos. Tritt 1927 in die Sozialistische Angestelltenjugend ein und betätigt sich bald als Referent der sozialistischen Wiener Bildungszentrale.
1930er: In der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) engagiert er sich anfangs der 30er auf dem linken Flügel und zieht sich nach der Zerschlagung der österreichischen Demokratie 1933/34 auf das wissenschaftliche Studium bei Max Adler zurück.
Juli 1938: Nach dem Anschluß Österreichs an das faschistische Deutschland Flucht in die Schweiz. Internierung in einem Emigrantenlager in Basel.
1940-1944: Arbeitsdienst und Fortführung der theoretischen Studien. Studiert intensiv und mit nachhaltigem Einfluß die Schriften von Georg Lukács. Veröffentlicht 1944 unter dem Pseudonym Stanislaw Warynski "Die Wissenschaft von der Gesellschaft - Zur Methodenlehre einer dialektischen Soziologie". Ein Großteil seiner Familie kommt im Holocaust um, seine Eltern werden 1942 erschossen.
1944-1947: Nach Befreiung vom Arbeitsdienst Arbeit an "Zur Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft - Versuch einer verstehenden Deutung der Neuzeit", die 1948 in Ostdeutschland erscheinen wird.
September 1947: Übersiedlung in die "Sowjetisch Besetzte Zone Deutschlands". Aufnahme einer Lehrtätigkeit an der Universität Halle. 1948 Habilitation und Professur für Mittlere und Neuere Geschichte.
Ab 1949: Im Zuge der Stalinisierung von SED und DDR gerät Kofler mit seinem antibürokratischen Marxismusverständnis ins Kreuzfeuer der Parteiinstanzen. Nach öffentlicher Kritik wird er Anfang 1950 beurlaubt. Im Frühjahr verläßt er demonstrativ die SED und wird zum "ideologischen Schädling", zum "Trotzkisten" erklärt. Arbeit an "Geschichte und Dialektik", einer theoretischen Kritik des bürokratisch-mechanistischen Marxismusverständnisses, die 1955 in Westdeutschland erscheinen wird.
Ende 1950: Nach Berufsverbot und Verhaftungsdrohungen flieht er mit seiner zukünftigen Frau Ursula Wieck über Westberlin nach Köln.
Ab 1951: Tätigkeit als wissenschaftlicher Autor und Volkshochschuldozent. Engagiert sich in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, ab 1953 unter anderem als Dozent an der (gewerkschaftlichen) Sozialakademie in Dortmund. Vortragsreisen zu Ortsgruppen des "Sozialistischen deutschen Studentenbundes" (SDS) und der "Naturfreunde-Jugend". Schreibt insbesondere in der linkssozialistischen Presse.
1951/52: Es erscheinen mehrere Schriften zur marxistischen Kritik am Stalinismus, teilweise unter dem Pseudonym Jules Dévérité (insbesondere "Marxistischer oder stalinistischer Marxismus" und "Das Wesen und die Rolle der stalinistischen Bürokratie").
1954/55: Kritik an Verbürgerlichungstendenzen der westdeutschen Sozialdemokratie, etwa in "Marxistischer oder ethischer Sozialismus". Als Ergebnis der gewerkschaftlichen und sozialistischen Bildungsarbeit erscheint eine Reihe von Schulungsheften zur Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft und zu Koflers Konzeption eines sozialistischen Humanismus.
Ab 1955: Langjährige Mitarbeit an der in Hamburg erscheinenden "Anderen Zeitung". Zusammenarbeit mit dem einflußreichen Gewerkschaftslinken Viktor Agartz und Mitarbeit an dessen "WISO - Korrespondenz für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften". Intensivierung der Vortragstätigkeit beim Frankfurter SDS.
1960: Soziologische Analyse der spätbürgerlichen Klassengesellschaft in "Staat, Gesellschaft und Elite zwischen Humanismus und Nihilismus".
60er Jahre: Erweiterung seiner thematischen Beschäftigung auf Fragen der Literaturtheorie (Zur Theorie der modernen Literatur, 1962), zunehmende Kritik am "Marxo-Nihilismus" der Frankfurter Schule um Theodor W. Adorno und Jürgen Habermas, sowie zusammenfassende Darstellungen seiner soziologischen Kritik der vermeintlich nivellierten Mittelstandsgesellschaft (Der proletarische Bürger, 1964), seiner sozialphilosophischen Kritik spätbürgerlicher Herrschaftsideologie (Der asketische Eros - Industriekultur und Ideologie, 1967) und seiner politischen Visionen (Perspektiven des revolutionären Humanismus, 1968).
Nach 1968: Dozent an der Kölner Kunstakademie. Wiederentdeckung der Koflerschen Frühschriften in Form von Raubdrucken durch die Studierendenbewegung. Fortführung der literaturtheoretischen Analysen in "Abstrakte Kunst und absurde Literatur", 1970, sowie der Kritik spätbürgerlicher Herrschaftsideologie in "Technologische Rationalität im Spätkapitalismus", 1971.
1972: Beginn der bis 1991 andauernden Lehrtätigkeit an der Ruhr-Universität Bochum. Zum 65.Geburtstag wird Kofler in Anerkennung seiner schriftstellerischen Verdienste das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien, eine Art Ehrenbürgerschaft, verliehen. Außerdem erscheint die Aufsatzsammlung "Zur Dialektik der Kultur".
1973: In "Aggression und Gewissen - Grundlegung einer anthropologischen Erkenntnistheorie" entfaltet er seinen Versuch Marxismus und Anthropologie zusammenzudenken.
Ab 1975: 1975 erscheint "Soziologie des Ideologischen", 1977 "Haut den Lukács - Realismus und Subjektivismus", eine Auseinandersetzung mit Herbert Marcuses Ästhetik. 1980 erscheint die von Ernst Bloch u.a. herausgegebene Festschrift für Kofler: "Marxismus und Anthropologie", in der sich u.a. Helmut Fleischer, Wolfgang Fritz Haug, Agnes Heller, Ernest Mandel, György Márkus und Adam Schaff mit Aspekten des Koflerschen Werkes auseinandersetzen. 1981 erscheint der Aufsatzband "Geistiger Verfall und progressive Elite - Sozialphilosophische Studien".
Erste Hälfte der 80er Jahre: Kleinere Gelegenheitsschriften zu anthropologischen Fragen (Der Alltag zwischen Eros und Entfremdung - Perspektiven zu einer Wissenschaft vom Alltag, sowie Eros, Ästhetik und Politik - Thesen zum Menschenbild bei Marx), zur Kritik der Grün-Alternativen (Kritik der Alternativen) und zum Neokonservatismus (Der Konservatismus zwischen Dekadenz und Reaktion).
Zweite Hälfte der 80er Jahre: Kritik des aufkommenden neoliberalen (von Kofler noch manchesterliberal genannten) Sozialdarwinismus und zunehmende Parteinahme für die Sowjetunion im Wettkampf der Systeme. Kofler sieht in Gorbatschow die große Hoffnung auf einen Neuanfang der sozialistischen Bewegung (Aufbruch in der Sowjetunion?, 1986). 1987 erscheint der autobiographische Gesprächsband "Die Kritik ist der Kopf der Leidenschaft - Aus dem Leben eines marxistischen Grenzgängers" und 1991 die Festschrift "Die versteinerten Verhältnisse zum Tanzen bringen", in der Ursula Beer, Detlev Claussen, Diedrich Diederichsen, Frank Deppe, Frigga und Wolfgang Fritz Haug, Kornelia Hauser, Joachim Hirsch, Sabine Kebir, Reinhard Kühnl, Ernest Mandel, Jakob Moneta, Oskar Negt, Ursula Schmiederer, Siegfried Tornow und Winfried Wolf Beiträge zur zeitgenössischen marxistischen Theorie veröffentlichen.
1990: Auf Gastvortragsreise nach Halle, Leipzig und Berlin, in die Noch-DDR, erneuert er seine Kritik an der Raubtierideologie des westlichen Kapitalismus.
Sommer 1991: Kofler erleidet einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholt. 1992 erscheint die erstmals vollständige Neuauflage von "Zur Geschichte der Bürgerlichen Gesellschaft".
29. Juli 1995: Leo Kofler stirbt nach langer Krankheit und wird in Köln beigesetzt.
1996: Gründung der Leo-Kofler-Gesellschaft e.V. in Bochum.
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Dienstag, 3. Juli 2007
Weltkulturerbe
cut, 17:06h

So sieht es mancherorts aus. Das Weltkulturerbe. Unterminiert durch hinbetonierte Straßen. Mit dem Charme der nahegelegenen Hauptbahnhofspissoirs. Also, nicht traurig sein Heidelberg.
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Ein wunderbarer Moment
cut, 12:59h
Ein wunderbarer Moment, wenn der letzte Rest Selbstachtung endlich gegangen ist. Plötzlich fühlt man sich so wunderbar frei, so wunderbar leicht. Heiter und unbeschwert schaut man voraus. Nur nicht zögern, weg damit, ab über Bord. Wen kümmerts denn schon. Ist doch eh alles nur Mumpitz. Das macht den Kohl auch nicht fett. Eigentlich geht die Sache ganz einfach. Man darf nur nicht zu eingebildet sein. Und schon schwebt sie davon. Und kommt auch nie mehr zurück. Versprochen.
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Der Weg ist das Ziel
cut, 04:02h
Was für ein Unfug. Bin froh, dass ich hier bin. 02:00 Uhr. DLF-Nachrichten. Und weg.
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Montag, 2. Juli 2007
Der Bachmann-Preis
cut, 12:40h
Zum ersten Mal registriere ich in diesem Jahr, dass es ihn gibt. Den Bachmann-Preis. Die TDDL 07. TDDL? Terminology Definition Description Language? Time Division Data Link? Und dann auch noch im Fernsehen? Literatur? Telekom-Preis? Autoren und Juroren sind mir allesamt unbekannt. Meine Versuche, am Fernsehen durchzuhalten, scheitern. Das ist jetzt kein Urteil über die Güte der Texte. Ich finde die Übertragung lediglich so langweilig, dass ich nicht längere Zeit zuhören kann. Daher kann ich mir auch kein Urteil über die Autoren und ihre Texte erlauben. Das, was in den verschiedenen Blogs zum Thema zu lesen ist, ist sogar noch langweiliger. Noch einmal aufgewärmt. Und eigentlich. Eigentlich sollte man ja selber da sitzen. Wenn man es nicht sogar schon einmal tat. Aber egal. Kurzum: Ich bin ein Banause. Ganz klar. Und die Hauptstadt-DL der Gegenwart, die schenke ich mir auch weiterhin. Mit dem wissenden Urteil des Ignoranten. Überhaupt keine Frage.
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Sonntag, 1. Juli 2007
Keine Angst
cut, 21:26h
Menschen, die gesund sind, denen es gut geht, die sind gefährlich. Vor denen muss man sich in acht nehmen. Jederzeit. Sie überlegen immerzu. Wie sie dir schaden können. Wie sie dich kaltmachen können. Gerne, zu gerne, würden sie dich erledigen. Am liebsten für immer. Da gibt es nichts. Das stimmt ganz genau. Sind sie krank, dann sieht die Sache schon anders aus. Dann muss man vor ihnen nicht mehr ganz so arg auf der Hut sein. Eigentlich sollte man daher doch Arzt werden. Wegen der Menschen. Da muss man nicht mehr auf alles gefasst sein. Da muss man keine Angst mehr vor ihnen haben.
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Samstag, 30. Juni 2007
Das elegante Markenrad
cut, 23:01h

"Das elegante Markenrad" und "Deutsche Wertarbeit" sind auf dem Rahmen zu lesen. Ein "Bauer Spitzenklasse", sicher weit mehr als zwanzig Jahre alt. Und ein immer noch schönes Fahrrad. Die Originalrechnung ist leider verloren. Daher kenne ich weder den damaligen Preis noch das genaue Datum der Anschaffung.

Das Rad hat früher meinem Vater gehört. Nun fahre ich damit. Zumindest dann, wenn es sich um kleinere Strecken handelt. Also überwiegend in der Stadt. Ein Rad für längere Touren oder sportliches Fahren ist es sicher nicht. Für den Weg zum täglichen Einkauf oder auch für kleinere Touren am Wochenende ist es aber sehr gut geeignet.

In all den Jahren wurden nur der Sattel sowie die Mäntel und Schläuche erneuert. Der neue Selle Royal-Sattel kann das Niveau des Rades nicht halten und soll daher bald gegen ein besseres Modell ausgetauscht werden. Die neuen Schwalbe Marathon Plus-Reifen passen dagegen sehr gut zu dem Rad. Angenehme, sichere Fahreigenschaften und bis heute ohne jeden Defekt (sprich Platten). Ansonsten verfügt das Rad noch über die Originalausstattung. Also eine Union-Lichtanlage, Bremse Weinmann Symetric (Semi Automatic) und die Sachs Torpedo Dreigangschaltung (Torpedo Schweinfurt) sowie einen ESGE-Gepäckträger.

Das Rad fährt sich sehr angenehm. Nichts klappert oder stört. Für kleinere Wege ist es daher hervorragend geeignet. Wer so ein Rad in gutem Zustand gebraucht erstehen kann, der sollte nicht zögern. Besser als die vollgefederten pseudosportlichen Baumarkträder ist es allemal.
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For communism
cut, 15:59h
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Freitag, 29. Juni 2007
Nie mehr zurück - Lob der Parkanlage
cut, 14:42h
Ich gestehe, ich habe die freie Natur nie ausstehen können. Oder das Land. Ich finde es öde. Diese trostlosen Wege, das dämliche Viehzeug, Mücken, Dreck und Morast. Die wenigen Bewohner in ihren tristen und geistlosen Orten. In domestizierter Form, so als Park, da kann ich mich dafür erwärmen. Aber ansonsten: Stadtluft macht frei. Egal wo du bist.

Aschaffenburg, Park Schönbusch. Einer der ersten Landschaftsgärten Süddeutschlands. Ab 1775 wurde das ehemalige kurfürstliche Wildgehege vom Mainzer Erzbischof und Kurfürst Friedrich Karl von Erthal zu einem Park umgestaltet. Mit künstlichen Seen und Wasserläufen, Hügeln und Wegen. Im Bild zu sehen ist der kurfürstliche Pavillon (Schloss Schönbusch). Ab 1783 realisierte Friedrich Ludwig von Sckell hier seine in England erworbenen Kenntnisse der Gartengestaltung.

Aschaffenburg, Park Schönbusch. Einer der ersten Landschaftsgärten Süddeutschlands. Ab 1775 wurde das ehemalige kurfürstliche Wildgehege vom Mainzer Erzbischof und Kurfürst Friedrich Karl von Erthal zu einem Park umgestaltet. Mit künstlichen Seen und Wasserläufen, Hügeln und Wegen. Im Bild zu sehen ist der kurfürstliche Pavillon (Schloss Schönbusch). Ab 1783 realisierte Friedrich Ludwig von Sckell hier seine in England erworbenen Kenntnisse der Gartengestaltung.
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